Approximation theorem of WEIERSTRASS Approximation theorem of WEIERSTRASS
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© 2001-2007 Prof. Dr. Hans Wilhelm Alt, University Bonn, Germany

Gravitational potential

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Gravitationspotential

Betrachte eine Menge von Massepunkten  {yiR3 ; i=1,...,N}  mit Massen  mi  und sei  γ  die Gravitationskonstante. Setze
ϕ(x) := -
N
i=1
γmi
 
|x-yi|
 
für  x ∈R3 . Dann ist
-m∇ϕ(x) = -
N
i=1
γ·m·mi
x-yi
 
|x-yi|3
 
die Gravitationskraft, die auf eine Masse  m  im Punkt  x  wirkt.

Ersetzt man nun die diskreten Massenpunkte durch ein Kontinuum, beschrieben durch eine kompakte Menge  K  und eine Funktion  ϱ : K → R , die jedem Punkt  y ∈K  die Massendichte  ϱ(y)  zuordnet, dann ist

ϕ(x) = -
 
K
γ
ϱ(y)
|x-y|
dy
das zugehörige Gravitationspotential. Da  γ  eine Konstante ist, kann sie bei den folgenden Betrachtungen vernachlässigt werden, d.h. auf  1  normiert werden.

NEWTON-Potential    [satz:3-16]

Sei  K ⊂R3  kompakt,  ϱ : K → R  messbar und beschränkt. Dann existiert für  x ∈R3 
Φ(x) := -
 
K
ϱ(y)
|x-y|
dy .
Proof. Wir setzen
fx(y) := ΧK (y)
ϱ(y)
|x-y|
.
Offensichtlich ist  fx  messbar, weil nach Voraussetzung  ϱ  messbar ist. Da  ϱ≦C  auf  K  mit einer Konstanten  C  ist, folgt
fx(y) ≦ ΧK (y)
C
|x-y|
=: g(y) .
Nun ist  g  auf beschränkten Mengen trotz der Polstelle integrierbar. Dies folgt aus Beispiel sect:3-3-(iv) bzw. Übungsaufgabe aufgabe:15, wenn man beachtet, dass die Singularität von der Ordung  1 , und damit kleiner die Dimension  3  des Raumes ist. Mit dem Majorantenkriterium (Satz satz:3-2-(iii)) ist deshalb auch  fx  integrierbar. Daraus folgt die Behauptung. Zur Stetigkeit von  Φ  siehe sect:3-17-(iii).

Eigenschaften des NEWTON-Potentials    [sect:3-17]

  • [sect:3-17-(i)] Wir untersuchen nun als Erstes das Verhalten von  Φ  im Unendlichen. Dafür sei
    m0 :=
     
    K
    ϱ(y) dy
    die Gesamtmasse in  K , und  Φ0(x) := -m0/|x-y0|  das Potential eines Massepunktes in  y0R3  mit Masse  m0 . Wir behaupten:
    Φ(x)
     
    Φ0(x)
    → 1     für |x| → ∞.
    (Dies bedeutet, dass man in großer Entfernung in nullter Näherung die Anziehung durch einen Massenpunkt vorliegen hat. Zur ersten Näherung siehe Übungsaufgabe aufgabe:16.)
  • [sect:3-17-(ii)] Wir zeigen:  Φ  ist auf  R3∖K  unendlich oft differenzierbar und es gilt die Differentialgleichung
    ΔΦ= 0     in R3∖K .
    d. h.  Φ  ist harmonisch (harmonische Funktionen werden in Analysis IV definiert, siehe [Analysis IV:Harmonisch] ). Dabei ist
    Δ:=
    2
     
    ∂x12
     
    +
    2
     
    ∂x22
     
    +
    2
     
    ∂x32
     
    der LAPLACE-Operator .
    Hinweis: Im Beweis wird ausgenutzt, dass  Φ : R3∖{0} → R ,  Φ(x):=1/|x|  unendlich oft differenzierbar und harmonisch ist.
  • [sect:3-17-(iii)]  Φ  ist stetig auf ganz  R3 .
  • [sect:3-17-(iv)] Die folgende Aussage kann mit der bisher entwickelten Theorie noch nicht bewiesen werden:  Φ  ist stetig differenzierbar auf ganz  R3 .
    Hinweis: Zum Beweis sei auf Analysis IV (siehe [Analysis IV:Potential] und [Analysis IV:Proposition] ) verwiesen.
  • [sect:3-17-(v)] Dasselbe gilt für die folgende Aussage: Es gilt
    ΔΦ= 4πϱ ΧK
    im Distributionssinne (Grundgleichung der Gravitationstheorie).
    Hinweis: Auch dies werden wir in Analysis IV beweisen (siehe [Analysis IV:Potential] ).
  • [sect:3-17-(vi)] Aus sect:3-17-(v) lässt sich herleiten (siehe wieder [Analysis IV:Potential] ), dass für  K := clos(BR(0))  und  ϱ=const.  gilt
    Φ(x) =
    -
    4πR2ϱ
    3
     
    (
    3
    2
    -
    1
    2
    (
    |x|
    R
    ) 2 )
        für |x|≦R,
    -
    4πR2ϱ
    3
     
    ·
    R
    |x|
    für |x|≧R.

-*- FIGURE NOT AVAILABLE -*-
 x | Φ(x)  im Fall  K=BR(0) ,  ϱ=const.   [fig:gravitation-1]

Proof sect:3-17-(i). Es ist  x=y0+rξ  mit  r:=|x-y0| ∈R  und  ξ=x-y0/|x-y0| . Damit ist
|x-y0|
|x-y|
 
=
r
 
|rξ+ y0-y|
=
1
 
 
|ξ+
y0-y
r
 
|
=
1
 
 
 
 
 
sqrt(1+
2ξ•(y0-y)
r
 
+|
y0-y
r
 
|2)
,
und daher konveregiert  |x-y0|/|x-y|  gleichmäßig auf  K  gegen  1  für  |x-y0|=r → ∞ . Mit dem LEBESGUE'schen Konvergenzsatz (Satz satz:lebesgue) folgt:
Φ(x)
 
Φ0(x)
=
1
 
m0
 
K
|x-y0|
|x-y|
 
ϱ(y) dy → 
1
 
m0
 
K
ϱ(y) dy = 1     für |x| → ∞.

Proof sect:3-17-(ii). Wir setzen
h(y,x) :=
ΧK (y)ϱ(y)
|x-y|
 
    für x ∈R3∖K .
Dann ist  h  nach  x  beliebig oft differenzierbar mit
 
∂xi
h(y,x) = - ΧK (y)ϱ(y)
xi-yi
 
|x-y|3
 
.
Wir differenzieren  h  in einer offenen Umgebung  V  mit  V ∩K=∅ . Da  K  kompakt ist, ist  δ:= dist (V,K)>0  und wir gewinnen die Abschätzung
|
 
∂xi
h(y,x) |
1
 
δ2
ΧK (y)ϱ(y)     für x∈V, y∈Rn .
Also sind die Ableitungen nach  x  als Funktion von  y  integrierbar. Außerdem ist  h  in  y  messbar und in  x  stetig. Damit sind die Voraussetzungen des Differenzierbarkeitssatzes (Satz satz:3-8) erfüllt. Daher ist  Φ  stetig differenzierbar mit
 
∂xi
Φ(x) = -
 
K
ϱ(y)
xi-yi
 
|x-y|3
 
dy .
Eine ähnliche Argumentation liefert die Existenz der höheren Ableitungen. Für die zweiten Ableitungen berechnet man
2
 
∂xj ∂xi
 
h(y,x)=- ΧK (y)ϱ(y) (
δij
 
|x-y|3
 
-
3(xi-yi)
 
|x-y|5
 
(xj-yj) ) ,    also
2
 
∂xj ∂xi
 
Φ(x)=-
 
K
ϱ(y) (
δij
 
|x-y|3
 
-
3(xi-yi)(xj-yj)
 
|x-y|5
 
)  dy.
Dabei bezeichnet  δij  das KRONECKER-Symbol. Also gilt
ΔΦ(x)=
3
i=1
2
 
∂xi2
 
Φ(x) =-
 
K
ϱ(y) (
3
 
|x-y|3
-
3
i=1
3(xi-yi)2
 
|x-y|5
 
)  dy = 0

Proof sect:3-17-(iii). Sei  (xk)k ∈N  mit  xk → x ∈R3 . Wir setzen
hk(y) :=
ΧK (y)ϱ(y)
 
|xk-y|
 
    und    h(y) :=
ΧK (y)ϱ(y)
|x-y|
 
.
Damit ist
Φ(xk) =
 
 
R3
hk(y) dy
und  hk(y) → h(y)  für  y ∉{xk;k∈N}∪{x} . Das heißt,  hk  konvergiert fast überall gegen  h  und es gilt die Abschätzung
|hk(y)| ≦(
 
sup
K
|ϱ|)
ΧK (y)
 
|xk-y|
 
.
Mit
gk(y) :=
ΧK (y)
 
|xk-y|
 
    und    g(y) :=
ΧK (y)
|x-y|
 
zeigt also Übungsaufgabe aufgabe:20, dass  gk → g  in  L1(R3) . Der allgemeine LEBESGUE'sche Konvergenzsatz (Satz satz:lebesgue) impliziert deshalb  hk → h  in  L1(R3) , und die Stetigkeit des Integrals liefert die Behauptung.


Version 1.7
H.W. Alt - 02.01.2007

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