Integral representation Integral representation
Holomorphic functions Holomorphic functions
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© 2002-2007 Prof. Dr. Hans Wilhelm Alt, University of Bonn, Germany

Beweis

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Proof. Wir approximieren  u  lokal durch Faltung mit einer Standard-DIRAC-Folge  (ϕε)ε> 0 .

Sei  uε := ϕε ∗ u . Nach Satz sect:2-10 gilt:  ∂ conj(z) uε = 0  in  BR-ε(z0) . Sei  0 < r < R  und  ε< R-r . Dann gilt mit der CAUCHY'schen Integralformel eq:3-cauchy auf  Ω= Br(z0)  für  z ∈Br(z0) :

uε(z) =
1

 
 
Br(z0)
uε (y)
y-z
 
νBr(z0)(y) dH1(y)
und für  ε → 0  konvergiert  uε → u  in  L1(Bϱ(z0))  für alle  0 < ϱ< R , da  u  lokal integrierbar. Dann gilt  uε → u  in  L1(H1 ∂Br(z0))  für fast alle  r<ϱ , denn für  ε → 0  gilt:
0 ←
 
 
Bϱ(z0)
|uε-u| dL2 =
ϱ
0
(
 
 
Br(z0)
|uε-u| dH1 ) dr .
Für eine Teilfolge  ε → 0 , die wir nicht speziell benennen, gilt zusätzlich punktweise Konvergenz für fast alle  z  mit  |z-z0|<ϱ , d.h.  uε (z) → u(z) . Daraus erhalten wir: Für fast alle  z ∈BR(z0)  und für fast alle  0<r<R  gilt, wenn  |z-z0|<r ,
u(z) =
1

 
 
Br(z0)
u(y)
y-z
νBr(z0) dH1(y).
Mit
νBr(z0) =
y-z0
 
|y-z0|
 
,     K(z,y) :=
y-z0
y-z
 
folgt
u(z)
=
1
2 πr
 
 
Br(z0)
u(y)
y-z
(y-z0) dH1(y)
=
1
2 πr
 
 
Br(z0)
K(z,y) u(y) dH1(y)
=:
ũ(z).
Dabei ist das Integral für alle  z ∈Br(z0)  definiert (nicht nur für fast alle  z ), und nach dem Stetigkeitssatz (siehe [Analysis III:Stetigkeitssatz] ) ist  ũ  eine stetige Funktion auf  Br(z0) , d. h.  u  hat einen stetigen Repräsentanten in  Br(z0) . Da dies für fast alle  r < R  gilt, stimmt also  u  auf  BR(z0)  fast überall mit einer stetigen Funktion überein.

Im Folgenden sei  u  diese stetige Funktion. Da dann  uε → 0  gleichmäßig auf jeder Kugel  clos(Br(z0)) , erhalten wir mit obiger Schlussweise, dass

u(z) =
1
2 πr
 
 
Br(z0)
y-z0
y-z
 
u(y) dH1(y)
für alle  z ∈BR(z0)  und  0 < r < R  mit  |z-z0|<r .

Nach Anwenden des Differenzierbarkeitssatzes folgt, dass  u  in  Br(z0)  unendlich oft reell differenzierbar ist. Es bleibt zu zeigen, dass sich  u  in eine komplexe Potenzreihe entwickelen lässt. Dafür bemerke

K(y,z)
=
y-z0
y-z
 
=
y-z0
 
(y-z0)-(z-z0)
 
=
1
 
 
 
 
1-
z-z0
 
y-z0
 

mit   | z-z0/y-z0 | <1 . Dieser Ausdruck kann mit Hilfe der geometrischen Reihe dargestellt werden, also
y-z0
y-z
 
=

k=0
(
z-z0
 
y-z0
 
) k.
Diese Reihe konvergiert absolut, also gilt für  |z-z0|<r :
u(z) =
1
2 πr
 
 
Br(z0)

k=0
(
z-z0
 
y-z0
 
) k u(y) dH1 (y).
Für  |z-z0| < r'<r  konvergiert die Reihe sogar gleichmäßig absolut; betrachte dazu die Partialsummen:
 
k ≧m
| (
z-z0
 
y-z0
 
) k |
 
k ≧m
(
r'
r
) k      → 0 für m → ∞.
Daher können wird die Reihenfolge von Integration und Summation vertauschen und es folgt:
u(z) =

k=0
(z-z0)k
 

1
2πr
 
 
Br(z0)
u(y)
 
(y-z0)k
dH1(y)

=:ak
mit Koeffizienten  ak , für die gilt:
|ak| ≦
1
 
|y-z0|k
1
2 πr
 
 
Br(z0)
|u(y)| dH1(y).
Hierbei ist das Integral dividiert durch  2 πr  der Mittelwert von  |u|  auf dem Rand  ∂Br (z0) .

Die Definition der  ak  ist außerdem unabhängig von  r  mit  0 < r < R . Zum Beweis betrachte die Parametrisierung  z = γ(θ) := z0 + r ei θ . Dann ist  γ(θ)=i r ei θ=i (γ(θ)-z0)  und  |γ(θ)|= r . Für die  ak  gilt also:

ak
:=
1
2πr
 
 
Br(z0)
u(y)
 
(y-z0)k
dH1(y)
=
1
2 π
2 π
0
u(γ(θ))
 
(γ(θ)-z0)k
dθ
=
1
2 πi
 
 
Br(z0)
u(z)
 
(z-z0)k+1
dz
=
1

 
 
Br(z0)
u(y)
 
(y-z0)k+1
νBr(z0)(y) dH1(y) .
Aus der vorletzten bzw. letzten Darstellung folgt, dass die Darstellung der  ak  unabhängig vom Wert der Radien ist, und zwar nach dem CAUCHY-Integralsatz bzw. dem GAUSS'schen Satz auf dem Ringgebiet begzüglich zweier Radien, denn  u(z)/(z-z0)k+1  ist holomorph in  BR(z0)∖{z0 } .

Konvention: Im Folgenden sind Randintegrale bezüglich  dz  immer mit Orientierung entgegen dem Uhrzeigersinn gemeint, also
 
∂D
g(z) dz =
 
 
(∂D, i νΩ)
g(z) dz ,
d.h.  i νΩ  ist die Orientierung, wobei  νΩ  die äußere Normale ist.


Version 1.5
H.W. Alt - 02.01.2007

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