SeiL wie in sect:1-1 mit konstanten Koeffizienten, also
L(u)(x)
=
∑
|α|≦m
aα∂αu(x)
.
Wir suchen eine Lösung u der Form
u(x) :=
∑
|β|≦k
(x-x0)β
β!
bβ
mit Koeffizienten bβ ∈RN
und x0∈Rn .
Dann gilt für die Ableitungen (unter Benutzung von eq:11-derivative)
∂αu(x)
=
∑
α≦β
(x-x0)β-α
(β-α)!
bβ ,
wobei bβ:=0 für |β|>k .
Damit folgt
0 = L(u)(x) =
∑
α≦β
(x-x0)β-α
(β-α)!
aαbβ ,
wobei aα:=0 für |α|>m .
Mit der Substitution β↝α+γ erhält man
0 =
∑
γ≧0
(x-x0)γ
γ!
∑
α
aαbα+γ .
Damit folgt, da die Polynome (x-x0)γ/γ! linear
unabhängig sind (siehe Bemerkung 1 zu sect:1-1)
∑
α
aαbα+γ = 0
für alle γ≧0 .
Damit haben wir eine notwendige Bedingung für die
Lösbarkeit der homogenen Differentialgleichung durch Polynome in
Form eines linearen Gleichungssystems
für die Koeffizienten (bβ)β≧0 des Polynoms.
Beispiel:
Sei L=Δ , d. h. in sect:1-1 ist N=1 , M=1 und
aα=
1
falls α=2ei, i=1,...,n,
0
sonst.
Dann lautet die Bedingung
n
∑
i=1
bγ+2ei = 0
für alle γ≧0 .
Wir betrachten speziell den Fall n=2
und ein homogenes Polynom
vom Grad k , d. h.
u(x) =
k
∑
j=0
cj
x1jx2k-j
j!(k-j)!
, d.h.
bβ=
cj
für β=(j,k-j) ,
0
sonst.
Für k=0,1 gibt es keine Bedingung an die cj (jede konstante
und jede lineare Funktion ist harmonisch). Sei k≧2 . Dann muss
für 0≦j≦k-2 gelten:
cj+cj+2= 0 .
Wählt man c0 , c1 beliebig, so sind dadurch die c2,...,ck
bestimmt.